Lebensprobleme

Mir fällt gerade ein, dass ich meine ersten Blog-Texte über das Fahrrad geschrieben habe. Damals war ich einerseits auf das Fahrrad angewiesen, um, am Ende der Welt wohnend, den Kontakt mit derselben aufrecht zu erhalten. Andererseits war immer etwas kaputt. Dauerplatt und Kette runter. Das ging soweit, dass ich mir einen Motorroller gekauft habe und das Radfahren aufgeben wollte. Heute macht das Fahrrad keine Probleme mehr und taucht auch kaum noch hier im Blog auf. Warum auch immer nur über Probleme schreiben? Die Zeit der Probleme scheint vorüber zu sein. Wenn man "Problem" synonym mit "Schwierigkeit" verwendet.
Das ist aber eigentlich nicht die ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Problema bedeutet nämlich soviel wie Aufgabe. Folglich sind Lebensprobleme nicht in erster Linie, wenn einem die Frau wegläuft oder man erst gar keine findet. Sondern die Aufgabe, die damit verbunden ist, nämlich eine Familie gründen, sich fortpflanzen. Dass das wiederum immer mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, ist unbestritten. Das ist dann die Problematik. Es ist aber eben nicht das Problem. In meinem Fall können wir es als gelöst betrachten, wenn "gelöst" überhaupt das richtige Wort dafür ist. "Bewältigt" wäre vielleicht zutreffender, klingt aber auch nicht schön.
Das nächste Problem, das zu bewältigen wäre, ist in meinem Fall das Ausscheiden aus dem Berufsleben und der Übergang in die nichterwerbstätige Existenz. Zum 1. Mai 2034 sollte das abgeschlossen sein. Also keine acht Jahre mehr. Meine Kinder dürften dann alle zur Schule gehen, während der älteste sich spätestens dann schon mal überlegen kann, ob er Abitur machen oder lieber gleich was Anständiges lernen will. Vielleicht sein erstes Lebensproblem, das er mehr oder weniger allein bewältigen muss. Ich hatte keine Ahnung, wohin die Reise mit mir geht und eigentlich weiß ich es bis heute nicht. In sieben Jahren kann schließlich noch einiges passieren und 2034 ist ja auch keine Naturkonstante. Es könnte also noch das eine oder andere Problem hinzukommen. Und es dürfte auch weiterhin problematisch bleiben.
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