Hoffnung und Mut

Die Bäume stehen voller Laub. Aber wie lange noch? Schon bald wird das Laub auf dem Boden liegen und die Bäume werden kahl vom kalten Wind gepeitscht werden. Dann machen wir es uns hoffentlich drin gemütlich, warten auf Weihnachten und freuen uns auf den Frühling. Aber wenn auch nächste Woche schon der Herbst beginnt: Sonlange noch Blätter an den Bäumen hängen, kann der September noch ganz schön werden. Dann spricht man vom goldenen September. Dass mit ihm auch goldene Zeiten anbrechen darf mit Blick auf die Wahlen im benachbarten Bundesland bezweifelt werden. Was sollen wir dann machen?
Es gibt immerhin noch Bundesländer, in denen es sich politsch vielleicht bequemer leben ließe. Aber soll man dann dem Pöbel das Land überlassen und hoffen, dass er sich damit begnügt? Oder soll man sich mit Aufklebern und T-Shirts dekorieren, um Farbe zu bekennen? Etwa: "Für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung!" Und sich dann die Autoreifen zerstechen lassen und Angst haben, dass die Kinder belästigt werden? Oder sollte man sich lieber nicht zu erkennen geben? Maul halten und seine Arbeit machen. Denken was man will, aber alles in der Still?
"Bleibe im Lande und wehre dich täglich!" Das hatten wir schon mal. Vielleicht zeigen wir uns auch wieder mit farbigen Bändern, wes Geistes Kind wir sind. Ja, warum nicht! Gerhard Schöne hat seinerzeit das grüne Band ins Spiel gebracht:
Grün kann Hoffnung anstiften, lässt sich nie ganz vergiften, quillt aus Ritzen und Mauern, wird sie einst überdauern! Es blüht auf und vermehrt sich, ja - es wuchert und wehrt sich. Es tut meinen Augen so gut und macht wieder Mut!
(Gerhard Schöne, Das weiße Band)
Und Biermann auch:
Wir woll’n es nicht verschweigen in dieser Schweigenszeit. Das Grün bricht aus den Zweigen, wir woll’n es allen zeigen, dann wissen sie Bescheid, dann wissen sie Bescheid.
(Wolf Biermann, Ermutigung)
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